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Unsere Kirche St. Martinus in Lahn

Kirchengeschichtliches

Von Lahn wird angenommen, dass die erste Besiedelung bereits vor der ersten Jahrtausendwende erfolgte; mehrere Stein- und Hügelgräber weisen auf eine uralte Siedlung
hin. Erstmals urkundlich erwähnt wird die Gemeinde Lahn im Jahre 1394 in der Freibauernurkunde. Sie beschreibt die Abtrennung des Hümmlings vom Herrschaftsgebiet der
Grafen von Tecklenburg. Wortlaut: "... Ludeke Srappers und Willeken söne to Lohn, ..."
In einem Verzeichnis über die lehnshörigen Höfe des Kirchspiels Werlte, das Forscher auf das 11.Jahrhundert datieren, werden dagegen schon drei Höfe genannt, die Lahn zuzuordnen sind. Eine genaue Angabe ist hier also nicht zu machen. Die erste Steuerliste mit den Namen der Bewohner Lahns stammt aus dem Jahre 1498/99 (Register exactionum in Emesland). Lahn bestand aus 13 vollerbigen Höfen, von denen jedoch schon ein Hof im 16.Jahrhundert als verarmt bezeichnet wird. Sieben dieser Höfe betreiben noch heute Landwirtschaft im Vollerwerb und können auf eine bis zu 500 jährige Hofgeschichte zurückblicken. Lahn gilt als typische Form eines alten "Haufendorfes", wobei diese Struktur auch heute noch weitestgehend erhalten geblieben ist.

Bedeutung des Ortsnamens "Lahn": niederdeutsch: "to de Laen" = "zu" oder "bei den Gehölzen" Am 30. Oktober 1850 wird eine erste Kapelle in Lahn eingeweiht, erbaut durch den Haselünner
Architekten J. Niehaus. Dazu musste ein geeigneter Kirchen- und Schutzpatron überlegt werden. Man wählte St. Martinus aus, da Martinus ein Bischof und Almosenspender war; weil das
Patronatsfest in eine ruhige Zeit fällt. Der erste Priester wurde am 1. November 1850 Kaplan Johannes Janssen aus Werlte. Erst im Jahre 1909 wurde Lahn eine Kuratiegemeinde.
Sie zählte ca. 870 Katholiken.

Es durften jetzt alle kirchlichen Amtshandlungen vorgenommen werden. Die Ablösung von der Mutterkirche Werlte war mit erheblichen Kosten verbunden. Im Laufe der Jahre wurde die Kirche
mehrfach erweitert oder umgebaut.
1923 kamen die heutigen drei Stahlglocken. 1927 erweiterte man die Apsis und fügte eine zweite Sakristei an. Die Orgel stammt von 1859. Die bekannte Lahner Krippe stammt aus Südtirol und kam 1911 als eine Spende des Lahners Hermann Dopjans. 1980 wurde die Kirche um das Seitenschiff erweitert. Die ursprüngliche Kirche, ca. 380 Sitzplätze, ist eine neuklassizistische Saalkirche mit neuromanischen Stilelementen. Der Westturm hat eine Spitzhaube über zwiebelähnlichem Sockel.

Das Kircheninnere

1927 wurde an die Kirche ein sieben Meter langer Chorraum und zwei Sakristeien im romanischen Stil angebaut. Der Hochaltar und die beiden Seitenaltäre (Marienaltar und Josefsaltar), sowie der Beichtstuhl und die alten Kirchenbänke wurden nach der Erweiterung des Chorraumes eingearbeitet. In den Fenstern des Chorraumes sind auf der rechten Seite die heilige Agnes und die heilige Elisabeth, auf der linken Seite der heilige Martin und der heilige Hermann-Josef dargestellt.

Der jetzige Opferaltar, der sich in der Mitte des Chorraumes befindet, sowie der zum Altar passende Taufstein sind aus dunkelgrauem, schwedischem Sandstein, „Anröchter Dolomit“.

Die erste Orgel mit 11 Registern wurde 1859 angeschafft, 95 Jahre später wurde sie auf Register erweitert. Die 14 Stationen des Kreuzweges, die in einem schweren Eichenrahmen eingefasst sind, wurden 1895 gestiftet. Vor der Erweiterung der Kirche im Jahre 1980 befand sich das Kirchenportal im Turm. Dieser alte Eingangsbereich ist als Marienkapelle umgestaltet worden.

Im ehemaligen Torbogen befindet sich ein Glasfenster (2-3 cm dickes Dallglas, gefasst in Beton), in der eine Taube, das Symbol des Hl. Geistes, abgebildet ist.
In ihrem Schnabel trägt die Taube eine Rose, die sie zu den Menschen trägt. Die offenen, empfangenen Hände symbolisieren die Menschen.

Die Marienstatue wurde nach der Marienfigur des Osnabrücker Doms gearbeitet.

Eine kleine Besonderheit ist die Weihnachtskrippe. Sie wurde im Rahmen einer Palästina-Landschaft geschnitzt. Ursprünglich war der Hintergrund, der auf eine höhere Ebene gestaltet ist, eine morgenländische Landschaft mit Palmen, Zedern und Zypressen. Die Kirche war bedauerlicher Weise zu klein für die Krippe, deshalb verlor sie einen Teil ihrer vorherigen Vollständigkeit und die Hintergrundgestaltung beschränkt sich auf die
Stadt Jerusalem. Wenn man sich ‚als Betrachter’ auf die Wirkung der Krippe einlässt, gibt sie einem das Gefühl der Lebendigkeit. Die Krippe ist weit über die Heimatgrenzen bekannt. Alljährlich, zur Weihnachtszeit, kommen viele Besucher in die Kirche, um die Krippe zu bewundern.