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Die Kirche St. Antonius in Vinnen

Kirchengeschichtliches

Vinnen gehörte zum sächsischen Agradingau, ab ca. 1100 als „Finnum“ zum Kloster Corvey und Sendbezirk Sögel (Gerichtsbezirk). Ab 1252 ging es politisch zum Niederstift Münster
(bis 1803), geistlich aber zum Bistum Osnabrück, wobei der Hümmling bis 1630 zu verschiedenen Erzdiakonaten des Bistums gehörte. 1810 gehörte der Hümmling zum französischen Kaiserreich,
danach kurz zum Herzog Arenberg von Meppen, ab 1815 zum Königreich Hannover. Bis 1820 war das Kirchdorf auch die politische Einheit. 1820 erhält das Dorf einen eigenen
Gemeinderat. 1971 wurde die heutige Gemeinde Lähden als Teil der Samtgemeinde Herzlake gebildet. 1977 entstand der Landkreis Emsland im Bundesland Niedersachsen. Höhere Schulen
dürfen in Löningen besucht werden, obwohl das ein anderes Schuleinzugsgebiet ist.

Um ca. 1100 wird Vinnen in Corvey erwähnt. Politisch gehört es zum Niederstift Münster, kirchlich zuständig war das Osnabrück. Umstritten ist, ob Vinnen selbständige Pfarrei bis 1348 war
(Vinner Überlieferung). Ab diesem Jahr war jedenfalls Holte Pfarrsitz. Am 5. März 1630 errichtete der Bischof von Osnabrück Dekanate. Die Neuordnung brachte den Hümmling 1651 ins Dekanat
Emsland I (Meppen). Die Emslanddekanate wurden 1824 zusammengelegt. Bald wurde das zu große Dekanat neu geteilt. 1901 teilte der Bischof von Osnabrück das Dekanat Emsland II auf in das
Dekanat Hümmling, das von Meppen Berßen und Holte erhielt. 1930 kam Wachtum hinzu. Das Dekanat Hümmling wird zum 1. Januar 2007 mit dem Dekanat Aschendorf zum Dekanat
Emsland Nord vereinigt. Um 1348 verliert Vinnen seine Selbständigkeit und fällt an Holte. 1560 bis 1614 war Vinnen evangelisch. 1921 wird es zur selbständigen Kuratie erhoben. Der Patron scheint
immer schon Antonius der Einsiedler (+ 356 in der ägyptischen Wüste) gewesen zu sein. Er ist auf dem Altarbild zu sehen. Um seinen Gedenktag (17.1.) ist in Vinnen Ewiges Gebet.

Das Kircheninnere

Der Taufstein stammt aus dem 13. Jahrhundert und der barocke Hochaltar etwa aus dem Jahr 1760 (ehemals Franziskanerkloster Aschendorf).
1923 entstanden zwei Deckengemälde, die aber nicht mehr existieren. 1964, 1974 und 2004 wurde die Kirche renoviert.

Die Pietà im Eingangsbereich stammt aus dem 17. Jahrhundert, ein schönes Beispiel für die emsländische Bauernkunst.

Die alten Glocken mussten im 1. und 2. Weltkrieg abgegeben werden, die heutigen Glocken kamen 1948. Über dem Portal findet man die Inschrift: „In honorum Dei, protectione sti Antonii Abbatis, a communitate
Vinnen haec ecclesia aedificata est. Anno Domini MDCCCLIII“ (Gott zur Ehre, unter dem Schutz des hl. Abtes Antonius, wurde diese Kirche von der Gemeinde Vinnen erbaut im Jahre des Herrn 1853).

Das Altarbild zeigt den Einsiedlermönch Antonius in der ägyptischen Wüste, dem anlässlich des Besuches eines anderen Einsiedlers ein Rabe zwei Brote statt wie sonst ein Brot brachte.