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Die Kirche Mariä Himmelfahrt zu Wachtum

Kirchengeschichtliches

Der Ort Wachtum wird im 11. Jahrhundert erstmals genannt (Wathnun) und nennt sich 1551 Wachenen. Seit 1803 verlief die Landesgrenze zwischen dem Großherzogtum Oldenburg und dem Herzogtum Arenberg-Meppen durch den Ortskern. Als 1824 das Amt Meppen des Niederstiftes Münster an das Bistum Osnabrück abgetreten wurde, blieb Wachtum als Bauernschaft der Pfarre Löningen beim Offizialat Vechta/Oldenburg. 1860 wurde der Ort an das Königreich Hannover übergeben. Die kirchliche Selbstständigkeit konnte erst in Ausführung des Preußischen Konkordats geschehen (1929/30), wodurch die Gemeinde dem Bistum Osnabrück zugeteilt wurde.

Während noch 1427 keine Kapelle vorhanden war, sprechen Kelche aus Priestergräbern, Ortsbezeichnungen wie Kirchhof und Kirchweg sowie der Dorfpatron St. Johannes Baptista für die Existenz eines Gotteshauses.
Am Johannestag wird noch heute eine eigene Flurprozession gehalten. Die neuromanische Kirche wurde 1856/58 erbaut und am 17. Juli 1859 eingeweiht. 1953 erfolgte der Anbau des Kreuzschiffes und Chorraumes. 1979 wurde der Altarraum neu gestaltet. Die Hl. Messe konnte jetzt dem Volk zugewandt gefeiert werden.

Der Schutzpatron der Kirchengemeinde beziehungsweise der Kirchenpatron ist die Heilige Maria. Das Patronatsfest feiern wir am 15. August.

Zu dem heutigen Platz, wo die Kirche und das Pfarrhaus stehen gibt es folgende Sage: In Wachtum gab es an der Stelle, an der heute die Kirche steht, zwei kleine Teiche. Dazwischen verlief die Dorfstraße. Die Teiche waren ständig gefüllt, und das Wasser floss an einer Stelle von einem Teich in den anderen. Man nimmt an, dass einmal ein Mann namens Schmittker an den Teichen gewohnt hat und der Name daher stammt. Nun erzählt man sich, dass mehrere Leute einen Mann gesehen hätten, der einen schwarzen Rock angehabt habe, wie ihn Priester zu tragen pflegten. Dieser Mann sei durch die Teiche in die Richtung gegangen, in der heute das Pastorat steht. Nun glaubte man, in diesem Vorgesicht einen Fingerzeig zu sehen, an dieser Stelle solle eine Kirche mit einem Pastorat gebaut werden. Dies geschah, und an der Stelle der Teiche befinden sich heute Kirche und Pastorat.

Das Kircheninnere

Über dem Altar hängt ein großes Kreuz. In der Kreuzmitte sehen wir Jesus und an den Kreuzenden drei Lebensstationen von Jesus: Die Geburt Jesu, Kreuzigung Jesu und Himmelfahrt. Heilige sind Menschen, die ihr Leben Gott weihten. Sie sollen Vorbilder für uns sein. Sie haben so gelebt, wie Gott es wollte.

In den beiden Seitenschiffen der Kirche sind einige Heiligenfiguren zu erkennen: Der Heilige Johannes, erkennbar mit einem Kelch in der Hand. Johannes und sein Bruder Jakobus waren am See Gennesaret von Jesus zu Jüngern berufen worden. Johannes war der Jünger, den Jesus liebte und dem er unter dem Kreuz seine Mutter anvertraute. Später hat Johannes die Geheime Offenbarung geschrieben.
Der Heilige Aloisius mit einem Kreuz in der Hand: Aloisius Gonzaga wurde am 9. März 1568 geboren. 1583 entschloss er sich, in die Gesellschaft Jesu einzutreten. Nachdem er den Widerstand seines Vaters überwunden hatte, verzichtete er 1585 auf sein Erbe und begann das Noviziat im römischen Kolleg. Hier zeichnete er sich durch tiefe Frömmigkeit und große Bußstrenge aus. Als er bei einer Pestepidemie Kranke pflegte, erlag er selbst der Seuche am 21. Juni 1591 zu Rom.

Der Heilige Ludger mit Bischofsstab und Buch: Ludger wurde um 742 als Sohn friesischer Familie geboren. 777 empfing er in Köln die Priesterweihe. Dann ging er, um den Glauben zu verkündigen, nach Friesland und Helgoland, zuletzt in das Sachsenland. In Münster schuf der den Mittelpunkt der Mission und errichtete im Münsterland ein Netz von Pfarrkirchen. 804 wurde er zum Bischof von Münster geweiht. Er starb am 26. März 809.

Die Heilige Katharina mit dem zerbrochenen Rad: Katharina war eine Prinzessin, die allein Jesus Christus dienen wollte. Deshalb verkaufte sie alle ihre Schätze, ihre Krone und ihre prächtigen Kleider und gab das Geld den Armen. Als der Kaiser von Rom dies hörte, versuchte er ihr den Glauben an Jesus Christus durch fünfzig Gelehrte auszureden. Aber Katharina war klüger als die Gelehrten und bekehrte sie alle zum Gott. Da wurde der Kaiser wütend und ließ sie in den Kerker sperren, zwölf Tage ohne Essen und Trinken. Noch viele Qualen suchte sich der Kaiser für Katharina aus. Aber Gott der Herr machte sie standhaft über alle Folter. Endlich wurde sie an ein hölzernes Rad gebunden und sollte so zu Tode gequält werden. Doch das Rad brach in Stücke, und die heilige Katharina wurde mit dem Schwert umgebracht.

Die Heilige Helena mit dem Kreuz: Die heilige Helena hatte in ihrem Leben viel Leid erfahren. Sie war, so erzählt man, als eine arme Wirtstochter aufgewachsen, musste später mit ihrem Mann von einem Krieg in den anderen ziehen, wurde verstoßen, als ihr Gemahl Kaiser wurde, und fand später den Glauben an Jesus Christus. Aber all ihr Leid und ihr schweres Leben vergaß sie vor Freude darüber, dass ihr Sohn Konstantin
die Christen von der Verfolgung befreit hatte. Sie dankte Gott und zog als Siebzigjährige nach Jerusalem, wo sie auf dem Berge Golgota die Erde umgraben ließ, um nach dem Kreuz zu suchen, an dem Jesus am Karfreitag gestorben war. Und siehe da, sie grub drei Kreuze aus. Als man vorsichtig nacheinander die drei Kreuze auf eine gelähmte Frau legte, sprang diese auf und war wieder gesund. Helena ließ in Jerusalem
eine Kirche bauen, worin jeder das heilige Kreuz verehren konnte.

Die Heilige Barbara mit dem Knospenzweig: Barbara war ein schönes und gutes Mädchen, und ihr Vater liebte sie über alles. Wenn er verreiste, sperrte er sie in einem Turm ein, damit ihr nichts geschehe. Als er eines Tages von einer Reise zurückkehrte, bemerkte er, dass Barbara den christlichen Glauben angenommen und sich hatte taufen lassen. Der Vater war so erbost darüber, dass er sie zuerst foltern ließ, damit sie
vom Glauben an Jesus Christus abschwöre. Doch sie blieb Gott treu. Daraufhin tötete er sein Kind selbst mit dem Schwert.